PCB in Innenräumen

Zuletzt aktualisiert am 23.10.2026

Polychlorierte Biphenyle (PCB) wurden vor allem in Gebäuden der 1950er- bis 1970er-Jahre offen und geschlossen eingesetzt. Aus dauerelastischen Fugenmassen, Beschichtungen oder Bauteilen können sie noch heute in Raumluft und Staub gelangen. Seit 2025 gelten für die gesundheitliche Bewertung strengere AIR-Richtwerte.

Typische Quellen

PCB sind eine Gruppe aus 209 Einzelverbindungen, den sogenannten Kongeneren. In Gebäuden wurden sie unter anderem als Weichmacher in dauerelastischen Fugenmassen, in Farben und Beschichtungen, Deckenplatten und Klebstoffen verwendet. Geschlossene Anwendungen fanden sich beispielsweise in Kondensatoren alter Leuchten oder Elektrogeräte.

Offene Anwendungen sind für die Innenraumluft besonders relevant. PCB können sich außerdem auf ursprünglich unbelasteten Oberflächen und im Staub ablagern. Diese Sekundärquellen erklären, warum nach dem Ausbau einer Primärquelle noch erhöhte Werte verbleiben können.

Aktuelle Richtwerte

Der Ausschuss für Innenraumrichtwerte hat 2025 neue Werte für die Summe der PCB abgeleitet:

  • Richtwert I: 0,080 µg/m³ beziehungsweise 80 ng/m³ als Vorsorgerichtwert.
  • Richtwert II: 0,80 µg/m³ beziehungsweise 800 ng/m³ als Gefahrenrichtwert mit unverzüglichem Handlungsbedarf.

Die älteren PCB-Richtlinien der Länder arbeiteten mit 300 und 3.000 ng/m³. Diese Werte werden in älteren Unterlagen noch häufig genannt, entsprechen aber nicht mehr der aktuellen gesundheitlichen Bewertung des AIR. Bei dioxinähnlichen PCB kann zusätzlich eine gesonderte Bewertung erforderlich sein.

Wie wird untersucht?

Bei verdächtigen Fugen, Beschichtungen oder Bauteilen beginnt die Untersuchung mit Baualtersrecherche, Ortsbegehung und Materialproben. Raumluftmessungen zeigen die aktuelle inhalative Belastung. Staub- und Oberflächenproben können bei der Quellensuche und der Beurteilung einer Sekundärkontamination helfen.

Für die Bewertung werden üblicherweise sechs Indikatorkongenere bestimmt und nach dem im jeweiligen Regelwerk festgelegten Verfahren auf Gesamt-PCB hochgerechnet. Probenahmebedingungen wie Temperatur, Lüftung und Nutzungszustand müssen dokumentiert werden, weil sie das Ergebnis beeinflussen.

Sanierung

Eine PCB-Sanierung ist keine gewöhnliche Renovierung. Belastete Fugen oder Beschichtungen dürfen nicht unkontrolliert geschliffen oder ausgebaut werden. Erforderlich sind ein Sanierungs- und Arbeitsschutzkonzept, staubarme Verfahren, Abschottung, geeignete persönliche Schutzausrüstung und eine fachgerechte Entsorgung.

Nach Entfernung der Primärquellen können Reinigung, Entfernung oder Behandlung sekundär belasteter Oberflächen erforderlich sein. Der Erfolg wird durch Freimessungen und gegebenenfalls eine längerfristige Kontrolle beurteilt. Reines Überstreichen ohne Quellen- und Wirksamkeitsprüfung ist keine belastbare Lösung.

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