Zuletzt redaktionell aktualisiert am 23.07.2026
Soweit nicht ausdrücklich anders angegeben, werden auf dieser Seite durchgehend Bruttopreise einschließlich der gesetzlichen Mehrwertsteuer dargestellt.
Der reine Brennstoffpreis ist noch kein vollständiger Heizkostenvergleich. Entscheidend sind auch Wirkungsgrad beziehungsweise Jahresarbeitszahl, Grundpreis, Wartung, Investition, Lagerraum und die Eignung der Heizflächen. Für eine konkrete Entscheidung ist deshalb eine gebäudebezogene Betrachtung erforderlich.
Aktueller Preisvergleich Heizwärme in Cent/kWh
Automatisch abgerufene Preisdaten: zuletzt geprüft am 30.07.2026, 12:18 Uhr.
| Energieträger | Bezugsmenge | Energieinhalt | Preis der Bezugsmenge | Preis je kWh | Datenstand |
|---|---|---|---|---|---|
| Erdgas | 1 m³ | 10 kWh | 1,23 € | 12,28 ct | C.A.R.M.E.N./Destatis 05/2026 |
| Heizöl EL | 100 Liter | 1.004 kWh | 131,86 € | 13,14 ct | C.A.R.M.E.N./Destatis 05/2026 |
| Haushaltsstrom, Neukundenmodell | 1 kWh | 1 kWh | 0,35 € | 34,99 ct | Bundesnetzagentur/SMARD 06/2026 |
| Holzpellets | 1 Tonne | 4.900 kWh | 400,97 € | 8,18 ct | C.A.R.M.E.N. 06/2026 |
| Scheitholz, Buche 33 cm | 1 Raummeter (Ster) | 1.539 kWh | 144,66 € | 9,40 ct | TFZ Juli 2026 |
| Hackschnitzel WG35 | 1 Tonne | 3.100 kWh | 108,47 € | 3,50 ct | C.A.R.M.E.N. 06/2026 |
| Wasserstoff (Tankstellenvergleich) | 1 kg | 33 kWh | 12,85 € | 38,55 ct | H2 Mobility, Abruf 30.07.2026 |
Bruttopreise bzw. Werte einschließlich Steuern. Die Bezugsmengen sind Vergleichsgrößen; regionale Angebote, Grundpreise, Liefermenge und Lieferentfernung können erheblich abweichen.
Quartalsweise Preisentwicklung Heizwärme in Cent/kWh im Fünfjahreszeitraum
Wärmebrennstoffe und Wärmepumpen-Nutzwärme
Quartalsmittel aus den monatlich beziehungsweise im jeweiligen Erhebungsrhythmus veröffentlichten C.A.R.M.E.N.- und TFZ-Daten. Der schattierte Bereich überlagert versuchsweise den aus dem Strompreis errechneten Nutzwärmepreis bei Jahresarbeitszahlen von 2,5 bis 5,5.
Haushaltsstrom für Neukunden
Quartalsmittel der monatlichen SMARD-Modellierung der Bundesnetzagentur seit 2022. Der Gesamtpreis enthält den auf 3.500 kWh Jahresverbrauch umgelegten Grundpreis und berücksichtigt keine Neukunden- oder Sofortboni. Einzelne regionale Vergleichsangebote können deshalb deutlich günstiger sein. Der schattierte Korridor zeigt den rechnerischen Preis je kWh Nutzwärme bei Jahresarbeitszahlen von 2,5 bis 5,5. Beim aktuell dargestellten Neukundenpreis von 34,99 ct/kWh sind das rund 6,36 bis 14,00 ct je kWh Nutzwärme.
Wie wird in Kilowattstunden umgerechnet?
- Erdgas: Auf der Rechnung wird der gemessene Betriebs-Kubikmeter mit Zustandszahl und Brennwert in kWh umgerechnet: m³ × Zustandszahl × Brennwert = kWh. Für die Vergleichstabelle verwenden wir den anschaulichen Näherungswert 1 m³ ≈ 10 kWh. Abgerechnet wird stets der tatsächliche kWh-Wert des Versorgers.
- Heizöl EL: Nach den gesetzlichen Rechenwerten der EBeV 2030 entsprechen 100 Liter rund 1.004 kWh Heizwert. Rechnung: 0,0845 t × 42,8 GJ/t ÷ 0,0036 GJ/kWh.
- Strom: 1 kWh bezogener Strom entspricht 1 kWh Endenergie. Eine Wärmepumpe erzeugt daraus je nach Jahresarbeitszahl ein Mehrfaches an Wärme.
- Holzpellets: C.A.R.M.E.N. rechnet mit 4,9 MWh beziehungsweise 4.900 kWh je Tonne.
- Scheitholz: Der Energieinhalt eines Raummeters – umgangssprachlich häufig „Ster“ – hängt von Holzart, Wassergehalt, Scheitlänge und Schichtung ab. In der Tabelle wird der vom TFZ veröffentlichte Preis für 33-cm-Buchenscheite durch den zugehörigen Preis je kWh geteilt.
- Hackschnitzel: Für WG35 verwendet C.A.R.M.E.N. 3,1 MWh beziehungsweise 3.100 kWh je Tonne. WG35 bezeichnet einen Wassergehalt von 35 Prozent.
Umrechnungsrechner
Der Rechner verwendet Heizwerte, nicht die nach Anlagenverlusten verfügbare Nutzwärme. Erdgas wird näherungsweise mit 10 kWh/m³ angesetzt; bei Holz sind 20 Prozent Wassergehalt zugrunde gelegt.
Brennstoffenergie ist nicht gleich nutzbare Wärme
Ein Gaspreis von beispielsweise 12 ct/kWh bedeutet bei einem Jahresnutzungsgrad von 90 Prozent rund 13,3 ct je kWh tatsächlich bereitgestellter Wärme. Bei einer Wärmepumpe wird umgekehrt gerechnet: 38 ct/kWh Strom entsprechen bei einer Jahresarbeitszahl von 3,5 rund 10,9 ct/kWh Wärme. Diese überschlägige Rechnung lautet:
Auch damit sind Investitions-, Wartungs- und Nebenkosten noch nicht berücksichtigt. Besonders bei Wärmepumpen hängt die Jahresarbeitszahl stark von Vorlauftemperatur, Heizflächen, Hydraulik und Gebäudezustand ab.
Wärmepumpen: Aus einer Kilowattstunde Strom wird ein Mehrfaches an Wärme
Eine Wärmepumpe ist keine elektrische Direktheizung. Die eingesetzte Kilowattstunde Strom treibt einen Kreisprozess an, der zusätzliche Umweltwärme aus Außenluft, Erdreich oder Grundwasser nutzbar macht. Eine Jahresarbeitszahl (JAZ) von 4 bedeutet beispielsweise, dass die Anlage im Jahresmittel aus 1 kWh Strom rund 4 kWh Wärme bereitstellt. Für die Kosten je kWh Nutzwärme wird daher der Strompreis durch die JAZ geteilt. Besonders interessant wird die Wärmepumpe dann, wenn auf dem Dach Photovoltaik eigenen Strom bereitstellt. Damit kann in im Sommer und einem großen Teil der Übergangszeit das Warmwasser völlig kostenlos bereitet werden und auch im Winter kann die PV-Anlage an sonnigen Tagen einen erheblichen Beitrag zur Gebäudebeheizung liefern. Auch dynamische Stromtarife können in Verbindung mit einem Pufferspeicher und einer gewissen Gebäudemasse zu erheblichen Kosteneinsparungen bei den Stromkosten der Wärmepumpe beitragen. Genaueres hierzu finden Sie im Artikel Wärmepumpen genauer erklärt.
Eine Luft-Wasser-Wärmepumpe entzieht der Außenluft Wärme und überträgt sie über einen geschlossenen Kältemittelkreislauf auf das Heizungswasser. Sie benötigt weder Erdsonden noch Brunnen, arbeitet bei sehr niedrigen Außentemperaturen jedoch weniger effizient. Eine Wasser-Wasser-Wärmepumpe nutzt dagegen Grundwasser als Wärmequelle: Über einen Förderbrunnen wird Wasser entnommen, die Wärme in der Wärmepumpe abgegeben und das abgekühlte Wasser über einen Schluckbrunnen zurückgeführt. Weil Grundwasser ganzjährig relativ konstante Temperaturen aufweist, sind meist höhere Jahresarbeitszahlen möglich; Brunnen, Wasserqualität und Genehmigung müssen aber zum Standort passen.
Eine Sole-Wasser-Wärmepumpe – häufig als Erdwärmepumpe bezeichnet – entzieht dem Erdreich Wärme. Dafür kommen vertikale Erdsondenbohrungen, flach verlegte Erdreichwärmetauscher (Flächenkollektoren) oder kompaktere Erdkörbe infrage. Erdsonden benötigen wenig Grundstücksfläche, sind aber genehmigungs- und kostenintensiver; Flächenkollektoren brauchen eine größere unversiegelte Fläche, Erdkörbe liegen beim Platzbedarf und Erschließungsaufwand dazwischen. Weil die Bodentemperatur über die Heizperiode gleichmäßiger als die Außenluft ist, erreichen gut geplante Anlagen meist höhere und stabilere Jahresarbeitszahlen als Luft-Wasser-Wärmepumpen.
| Wärmequelle und Wärmeverteilung | Grobe JAZ-Planungsbandbreite | Einordnung |
|---|---|---|
| Luft/Wasser, konventionelle Heizkörper | 2,5–3,3 | Stark abhängig von Vorlauftemperatur, Heizkörpergröße und Abtauenergie |
| Luft/Wasser, vergrößerte Niedertemperatur- oder Wärmepumpenheizkörper | 3,0–3,8 | Größere Wärmeübertrager erlauben niedrigere Vorlauftemperaturen |
| Luft/Wasser, Flächenheizung | 3,4–4,3 | Günstig bei möglichst niedrigen Systemtemperaturen |
| Wasser/Wasser, konventionelle Heizkörper | 3,5–4,5 | Konstantere Quellentemperatur; Brunnenpumpen müssen mitgerechnet werden |
| Wasser/Wasser, Niedertemperatur- oder Wärmepumpenheizkörper | 4,0–5,0 | Gute Quelltemperatur und abgesenkte Vorlauftemperatur wirken zusammen |
| Wasser/Wasser, Flächenheizung | 4,5–5,5 | Sehr günstige Randbedingungen; Genehmigung und Grundwasserqualität sind zu prüfen |
Die Bereiche sind keine zugesicherten Anlagenwerte. Warmwasseranteil, Klima, hydraulischer Abgleich, Regelung, Heizstab, Pumpenstrom und tatsächliche Vorlauftemperaturen verändern die Jahresarbeitszahl. Feldmessungen zeigen, dass normale Heizkörper eine Wärmepumpe nicht grundsätzlich ausschließen. Häufig reichen einzelne größere oder speziell für niedrige Temperaturen ausgelegte Heizkörper aus. Aussagekräftig ist eine raumweise Heizlast- und Heizflächenprüfung; ein Hersteller-COP an einem einzelnen Prüfpunkt ersetzt diese nicht.
Weitere Informationen u.a. zu den verschiedenen Wärmepumpenarten finden Sie in unserem Artikel Wärmepumpen.
Jährliche Wartungs- und Nebenkosten
Die günstige Kilowattstunde eines Brennstoffs kann durch höheren Wartungs-, Reinigungs- und Bedienaufwand relativiert werden. Folgende Werte sind grobe Orientierungsbereiche für kleinere Wohngebäude; größere Mehrfamilienhäuser und kommunale Anlagen müssen separat kalkuliert werden.
| Heizsystem | Typischer jährlicher Aufwand | Hinweise |
|---|---|---|
| Gas-Brennwertheizung | ca. 80–220 € | Wartung vergleichsweise günstig; Schornsteinfeger und Reparaturen gegebenenfalls zusätzlich |
| Ölheizung | ca. 120–300 € | Brenner, Kessel und Tankanlage; Schornsteinfeger zusätzlich |
| Wärmepumpe | ca. 150–300 € | Kontrolle meist jährlich bis zweijährlich; bei Grundwasseranlagen können Brunnen und Filter zusätzlichen Aufwand verursachen |
| Pelletheizung | ca. 280–500 € | Wartung, Kesselreinigung und Schornsteinfeger; Ascheentsorgung und Eigenarbeit nicht vollständig eingepreist |
| Scheitholzkessel | ca. 250–500 € | Hoher eigener Bedien- und Reinigungsaufwand; Schornsteinfeger und Emissionsmessungen |
| Hackschnitzelheizung | bei kleineren Anlagen häufig ca. 2.000–8.000 €; bei größeren Anlagen und Vollwartung deutlich mehr | Kessel, Austragung, Fördertechnik, Entaschung, Reinigung, Emissionsmessung und Brennstoffqualität verursachen einen hohen Aufwand; Eigenleistungen und Störungsbeseitigung sind nicht vollständig enthalten |
| BHKW / Brennstoffzellen-KWK | ca. 500–2.500 € oder mehr | Stark von elektrischer Leistung und Betriebsstunden abhängig; Vollwartungsvertrag sinnvoll |
Die Spannen verstehen sich ohne größere Reparaturen und Ersatzteile. Nach aktuellen Verbraucherinformationen liegen reine Wartungen im Einfamilienhaus im Mittel bei rund 130 € für Gas, 160 € für Öl, 215 € für Pellets und – je nach Erhebung – etwa 140 bis 300 € für Wärmepumpen. Bei Holzheizungen kommen Reinigung, Schornsteinfeger, Emissionsmessung und teilweise erhebliche Eigenarbeit hinzu. Hackschnitzelanlagen sind wegen hoher Investitionskosten, Platzbedarf, Fördertechnik und Betriebsaufwand normalerweise erst bei großen, möglichst gleichmäßigen Wärmeverbräuchen wirtschaftlich interessant.
Beispielhafte Investitionskosten verschiedener Heizsysteme
Die folgenden Werte sind grobe Brutto-Planungskorridore einschließlich 19 Prozent Mehrwertsteuer auf dem Preisstand Juli 2026, vor Förderung. Sie dienen der ersten Budgetbildung und ersetzen weder eine Heizlastberechnung noch ein auf das Gebäude abgestimmtes Angebot. Der tatsächliche Aufwand hängt unter anderem von Leistung, Einbringung, Abgasweg, Schall- und Brandschutz, Stromanschluss, Trinkwarmwasserkonzept und dem Zustand des Heizraums ab.
Bei kleinen Gebäuden sind Hackschnitzelheizungen wegen der hohen Kosten für Kessel, Lager, Austragungs- und Fördertechnik sowie wegen des erhöhten Wartungs-, Reinigungs- und Bedienaufwands in der Regel unwirtschaftlich. Interessant werden sie vor allem bei großen Mehrfamilienhäusern, Wohnanlagen und gewerblichen Objekten mit hohem und möglichst gleichmäßigem Wärmebedarf, sofern ausreichend Lagerfläche vorhanden ist und Hackschnitzel regional verlässlich bezogen werden können.
In der Spalte „Wärmeerzeuger und Heizraum“ sind Lieferung, Montage, Regelung sowie die übliche hydraulische Anbindung im Heizraum berücksichtigt. Nicht enthalten sind eine Erneuerung der vorhandenen Verteilungspumpen und Heizflächen, größere Elektro- oder Schornsteinarbeiten, Schadstoffsanierungen, Rückbau der Altanlage sowie besondere Planungs- und Genehmigungskosten. Lager, Wärmequellen und Pufferspeicher werden getrennt ausgewiesen; für einen überschlägigen Gesamtbetrag sind die jeweils erforderlichen Spalten zu addieren.
Beispiel 1: Neubau-Einfamilienhaus EH55 mit etwa 250 m²
Für das beispielhafte EH55-Gebäude werden rund 40 kWh Heizwärme je m² und Jahr, also etwa 10.000 kWh Raumwärme, zuzüglich ungefähr 4.000 kWh für Trinkwarmwasser angenommen. Die überschlägige Heizlast liegt bei etwa 10–12 kW. Bei einem Neubau sind rein fossile Heizungen rechtlich und langfristig keine gleichwertige Standardoption; sie werden hier ausschließlich zur Einordnung der Investitionsgrößen dargestellt.
| System | Wärmeerzeuger und Anbindung im Heizraum | Brennstofflager oder Wärmequelle | Pufferspeicher |
|---|---|---|---|
| Gas-Brennwertkessel, ca. 12 kW | ca. 14.000–20.000 € | kein Lager; neuer Gasanschluss und erforderlicher Abgasweg zusätzlich häufig ca. 12.000–25.000 € | meist nicht erforderlich; falls hydraulisch sinnvoll ca. 1.500–3.500 € |
| Öl-Brennwertkessel, ca. 12 kW | ca. 18.000–27.000 € | Kellertanks etwa 3.000–5.000 l und Abgasweg zusammen grob ca. 14.000–25.000 € | meist nicht erforderlich; optional ca. 1.500–3.500 € |
| Pelletkessel, ca. 12 kW | ca. 30.000–43.000 € | Gewebesilo oder Lagerraum mit Austragung, etwa 4–6 t: ca. 10.000–18.000 € | etwa 800–1.200 l: ca. 4.000–7.000 € |
| Kaminofen | ca. 6.000–12.000 € einschließlich üblichem Anschluss; nur als Zusatzheizung | Holzlager nicht kalkuliert | nicht erforderlich |
| Luft/Wasser-Wärmepumpe, ca. 10–12 kW | ca. 29.000–43.000 € einschließlich Außeneinheit und üblicher Elektroanbindung | kein Brennstofflager; Fundament, Kondensat und üblicher Schallschutz im Ansatz enthalten | je nach Hydraulik und Abtaukonzept etwa 2.500–5.000 € |
| Wasser/Wasser-Wärmepumpe, ca. 10–12 kW | ca. 27.000–40.000 € | Saug- und Schluckbrunnen bei etwa 10 m Tiefe grob ca. 15.000–30.000 €, sofern Ergiebigkeit und Wasserqualität passen | je nach Hydraulik etwa 2.500–5.000 € |
Bei einer Erdsondenlösung handelt es sich technisch um eine Sole/Wasser-Wärmepumpe. Bei üblichen Bodenverhältnissen und grob 50 W Entzugsleistung je Bohrmeter wären für etwa 12 kW rund 240 Bohrmeter erforderlich, beispielsweise drei Sonden mit je 80 m. Dafür sollte überschlägig mit etwa 28.000–48.000 € einschließlich Verteilung und Anschluss gerechnet werden.
Beispiel 2: Weitgehend unsaniertes Einfamilienhaus mit etwa 250 m²
Angenommen wird ein durchschnittliches, weitgehend unsaniertes Bestandsgebäude mit 120 kWh Heizwärme je m² und Jahr. Das entspricht etwa 30.000 kWh Raumwärme zuzüglich ungefähr 4.000 kWh Trinkwarmwasser. Die überschlägige Heizlast liegt bei etwa 24–28 kW.
| System | Wärmeerzeuger und Anbindung im Heizraum | Brennstofflager oder Wärmequelle | Pufferspeicher |
|---|---|---|---|
| Gas-Brennwertkessel, ca. 25 kW | ca. 15.000–22.000 € | kein Lager; vorhandener geeigneter Gasanschluss vorausgesetzt | meist nicht erforderlich; falls hydraulisch sinnvoll ca. 1.500–3.500 € |
| Öl-Brennwertkessel, ca. 25 kW | ca. 21.000–31.000 € | im Keller aufgestellte Batterietanks, etwa 5.000–8.000 l: ca. 7.000–13.000 € | meist nicht erforderlich; optional ca. 1.500–3.500 € |
| Pelletkessel, ca. 25 kW | ca. 36.000–53.000 € | Gewebesilo oder Lagerraum mit Austragung, etwa 7–10 t: ca. 13.000–23.000 € | etwa 1.000–2.000 l: ca. 5.000–9.000 € |
| Kaminofen | ca. 6.000–12.000 € einschließlich üblichem Anschluss; wasserführend eher ca. 15.000–25.000 € | Holzlager nicht kalkuliert | nur bei wasserführender Ausführung, dann meist ca. 4.000–8.000 € |
| Luft/Wasser-Wärmepumpe, ca. 25 kW | ca. 43.000–64.000 € einschließlich Außeneinheit beziehungsweise Kaskade und üblicher Elektroanbindung | kein Brennstofflager; Fundament, Kondensat und Schallschutz im Ansatz enthalten | je nach Hydraulik und Abtaukonzept etwa 3.000–7.000 € |
| Wasser/Wasser-Wärmepumpe, ca. 25 kW | ca. 40.000–60.000 € | Saug- und Schluckbrunnen bei etwa 10 m Tiefe grob ca. 20.000–40.000 €, sofern Ergiebigkeit und Wasserqualität passen | je nach Hydraulik etwa 3.000–7.000 € |
Für eine Sole/Wasser-Wärmepumpe mit Erdsonden wären bei grob 50 W je Bohrmeter für etwa 25 kW rund 500 Bohrmeter erforderlich, beispielsweise fünf Sonden mit je 100 m. Dafür sollte überschlägig mit etwa 55.000–90.000 € einschließlich Verteilung und Anschluss gerechnet werden. Vor der Dimensionierung ist zu prüfen, ob eine teilweise Sanierung die Heizlast und damit Wärmepumpe, Brunnen beziehungsweise Sondenfeld deutlich verkleinern kann.
Beispiel 3: Weitgehend unsanierte Wohnanlage mit 50 Wohneinheiten und etwa 5.000 m²
Angenommen wird eine durchschnittliche, weitgehend unsanierte Wohnanlage mit 120 kWh Heizwärme je m² und Jahr. Daraus ergeben sich etwa 600.000 kWh Raumwärme; für Trinkwarmwasser werden zusätzlich ungefähr 125.000 kWh angesetzt. Die überschlägige Spitzenheizlast liegt bei etwa 350 kW. Bei BHKW und Brennstoffzelle wird das stromerzeugende Aggregat wärmegeführt auf eine Grundlast ausgelegt; ein Gas-Brennwertkessel deckt Spitzenlast und Ausfallsicherheit ab.
| System | Wärmeerzeuger und Anbindung im Heizraum | Brennstofflager oder Wärmequelle | Pufferspeicher |
|---|---|---|---|
| Gas-Brennwertanlage, Kaskade bis ca. 350 kW | ca. 90.000–150.000 € | kein Lager; ausreichender Gasanschluss vorausgesetzt | hydraulisch häufig sinnvoll, ca. 12.000–30.000 € |
| Öl-Brennwertanlage bis ca. 350 kW | ca. 130.000–210.000 € | im Keller aufgestellte Tanks, etwa 60.000–80.000 l: ca. 70.000–130.000 € | ca. 12.000–30.000 € |
| Pelletanlage bis ca. 350 kW | ca. 240.000–390.000 € | Bunker für etwa 40–60 t mit Austragung: ca. 120.000–230.000 € | etwa 10–25 m³: ca. 35.000–75.000 € |
| Hackschnitzelanlage bis ca. 350 kW | ca. 290.000–470.000 € | separater Schuppen mit etwa 100–200 m³ Lagervolumen, Schubboden beziehungsweise Austragung und Übergabe in das angrenzende Heizhaus: ca. 250.000–500.000 € | etwa 20–40 m³: ca. 50.000–100.000 € |
| Motorisches Gas-BHKW, etwa 50–100 kW elektrisch, mit Gas-Spitzenlastkessel | ca. 350.000–650.000 € einschließlich KWK-Modul, Spitzenlastkessel, Regelung, Abgas- und Stromanbindung | kein Brennstofflager | für lange Laufzeiten meist 20–40 m³: ca. 50.000–100.000 € |
| Gas-Brennstoffzellenanlage mit Gas-Spitzenlastkessel | ca. 650.000–1.100.000 €; stark projekt- und herstellerabhängig, kein standardisiertes Massenprodukt dieser Größenklasse | kein Brennstofflager | je nach Modulation und Warmwasserkonzept etwa 15–30 m³: ca. 40.000–80.000 € |
| Luft/Wasser-Wärmepumpen-Kaskade bis ca. 350 kW | ca. 350.000–570.000 € einschließlich Außeneinheiten, Regelung und üblicher Elektroanbindung | kein Brennstofflager; Schall, Aufstellung, Fundament, Abtauwasser und gegebenenfalls Netzverstärkung sind besonders zu prüfen | je nach Hydraulik etwa 15–40 m³: ca. 35.000–85.000 € |
| Wasser/Wasser-Wärmepumpe bis ca. 350 kW | ca. 320.000–520.000 € | mehrere Saug- und Schluckbrunnen bei etwa 10 m Tiefe: grob ca. 120.000–300.000 €; erforderliche Zahl und Durchfluss erst nach Pumpversuch belastbar | je nach Hydraulik etwa 15–40 m³: ca. 35.000–85.000 € |
Eine Erdsondenanlage für 350 kW würde bei grob 50 W je Bohrmeter etwa 7.000 Bohrmeter benötigen, beispielsweise rund 70 Sonden mit je 100 m. Allein die Erschließung kann damit etwa 750.000–1.200.000 € erreichen. Bei großen Anlagen sind ein thermischer Response-Test, eine jahreszeitliche Simulation des Sondenfelds und eine Prüfung der gegenseitigen Beeinflussung unerlässlich.
Wie sind diese Kosten zu verwenden?
Die Tabellen vergleichen zunächst die Größenordnung der Anfangsinvestition. Sie sagen noch nicht, welches System über 20 Jahre wirtschaftlicher ist. Dafür müssen Förderung, Energiekosten, CO₂- und Grüngasrisiken, Wartung, Hilfsstrom, Lebensdauer, Ersatzinvestitionen, Finanzierung, eigener Betriebsaufwand und gegebenenfalls Erlöse aus der Stromerzeugung gemeinsam betrachtet werden. Gerade bei BHKW und Brennstoffzellen entscheiden reale Laufzeiten, Eigenstromnutzung und das Messkonzept; bei Wärmepumpen sind Heizlast, Systemtemperaturen und die erschließbare Wärmequelle ausschlaggebend.
Blockheizkraftwerke: Strom und Wärme gemeinsam erzeugen
Ein Blockheizkraftwerk (BHKW) erzeugt mit einem Motor oder einer Brennstoffzelle gleichzeitig Strom und nutzbare Wärme. Motorische Anlagen können – je nach Gerät – mit Erdgas, Biomethan, Biogas, Klär- oder Deponiegas, Flüssiggas, Heizöl, Pflanzenöl oder technisch auch Wasserstoff betrieben werden. Typische motorische BHKW erreichen etwa 25 bis 45 Prozent elektrischen Wirkungsgrad und bei vollständiger Wärmenutzung ungefähr 82 bis 95 Prozent Gesamtausnutzung.
Wirtschaftlich entscheidend sind lange Laufzeiten und ein möglichst gleichzeitiger Bedarf an Strom und Wärme. Deshalb eignen sich BHKW eher für Mehrfamilienhäuser, gemeindeeigene Wohnanlagen oder Gebäude mit dauerhaftem Warmwasserbedarf als für ein gut saniertes Einfamilienhaus mit geringer Sommerlast. Wird die Wärme nicht genutzt, entfällt der wesentliche Vorteil der Kraft-Wärme-Kopplung. Neben dem Brennstoffpreis müssen Wartung nach Betriebsstunden, Reparaturrisiko, Strom-Eigenverbrauch, Einspeisevergütung, Messkonzept und ein ausreichend großer Pufferspeicher bewertet werden.
Wasserstoff: physikalisch interessant, im Wohngebäude derzeit selten
Ein Kilogramm Wasserstoff enthält bezogen auf den unteren Heizwert etwa 33,33 kWh. In der Vergleichstabelle verwenden wir den öffentlich ausgewiesenen Tankstellenpreis von H2 Mobility als transparente, automatisch aktualisierte Referenz. Dieser Preis ist kein Gebäudekunden- oder künftiger Netzpreis: Für Wohngebäude existiert derzeit keine repräsentative, fortlaufend veröffentlichte Endkundenpreisreihe.
Bei der direkten Verbrennung in einem geeigneten Brennwertkessel werden typischerweise etwa 90 bis 98 Prozent des Heizwerts als Wärme genutzt. Eine Brennstoffzelle wandelt dagegen ungefähr 35 bis 60 Prozent in hochwertigen Strom um; einschließlich nutzbarer Abwärme können KWK-Gesamtnutzungsgrade von etwa 85 bis 95 Prozent erreicht werden. Die Brennstoffzelle erzeugt also nicht zwingend mehr Wärme aus dem Wasserstoff, nutzt dessen Energie aber hochwertiger, sofern Strom und Wärme gleichzeitig gebraucht werden. Zu berücksichtigen sind außerdem Herstellung, Verdichtung, Transport und Speicherung: Nach Angaben des Umweltbundesamts benötigt Heizen über grünen Wasserstoff oder synthetisches Methan insgesamt etwa vier- bis fünfmal so viel erneuerbaren Strom wie eine Luft-Wärmepumpe.
CO₂-Preis für Heizöl und Erdgas
Seit 2021 werden fossile Brennstoffe für Gebäude über den nationalen Brennstoffemissionshandel bepreist. Die Inverkehrbringer erwerben Zertifikate und geben die Kosten üblicherweise über den Brennstoffpreis weiter. Der gesetzliche Preispfad lautet:
| Jahr | CO₂-Preis |
|---|---|
| 2021 | 25 €/t CO₂ |
| 2022 | 30 €/t CO₂ |
| 2023 | 30 €/t CO₂ |
| 2024 | 45 €/t CO₂ |
| 2025 | 55 €/t CO₂ |
| 2026 | 55 bis 65 €/t CO₂ (Versteigerungskorridor) |
2021–2025: gesetzliche Festpreise. 2026: geltender Korridor; 2027*: derzeitiger Gesetzentwurf, noch nicht beschlossen. Für 2028* existiert kein gesetzlicher Preiskorridor: Das dargestellte Band von 55 bis 85 €/t ist ausschließlich eine transparente Planungsannahme, keine Prognose. Die EU-Marktstabilitätsreserve kann bei Preisen oberhalb von 45 € in Preisen von 2020 zusätzliche Zertifikate freigeben, garantiert aber keinen Höchstpreis. Für 2027/2028 wird der zuletzt verfügbare Energiepreis ohne CO₂ konstant gehalten, damit nur der Einfluss des CO₂-Ansatzes sichtbar wird.
Bei 55 bis 65 €/t verursacht der CO₂-Preis rechnerisch – einschließlich 19 Prozent Umsatzsteuer – bei Erdgas etwa 1,19 bis 1,40 ct/kWh und bei Heizöl etwa 17,51 bis 20,70 Euro je 100 Liter. Grundlage sind die gesetzlichen Emissions- und Umrechnungsfaktoren; der tatsächlich im Angebot ausgewiesene Kostenanteil kann abweichen.
Wie geht es ab 2027 weiter?
Für 2027 ist nach dem im Juli 2026 vorliegenden Gesetzentwurf vorgesehen, den deutschen Preiskorridor von 55 bis 65 €/t zunächst beizubehalten. Das Gesetzgebungsverfahren ist noch nicht abgeschlossen; diese Angabe ist daher ausdrücklich vorläufig. Ab 2028 soll der europäische Emissionshandel für Gebäude und Straßenverkehr (EU ETS 2) vollständig wirksam werden. Dann bildet sich der Zertifikatspreis grundsätzlich am Markt. Ein EU-Mechanismus kann bei stark steigenden Preisen zusätzliche Zertifikate freigeben; er ist jedoch kein garantierter Preisdeckel. Eine belastbare Heizkostenplanung sollte deshalb mehrere CO₂-Preisszenarien betrachten.
Einordnung der Daten
Die Brennstoffkurven zeigen Endkunden- beziehungsweise Marktvergleichspreise einschließlich Steuern und nicht kurzfristige Börsenpreise. Das ist für Gebäudeeigentümer aussagekräftiger, weil Börsenpreise Netzentgelte, Vertrieb, Steuern, Grundpreise und Lieferkosten nicht vollständig abbilden. Die Werte werden nun quartalsweise zusammengefasst; dadurch bleibt insbesondere der starke Preisanstieg infolge des russischen Angriffs auf die Ukraine wesentlich besser erkennbar.
Für Strom verwenden wir die monatliche Modellierung der Bundesnetzagentur auf SMARD und bilden daraus Quartalsmittel. Dargestellt wird der modellierte Gesamtpreis eines Neukundenvertrags bei 3.500 kWh Jahresverbrauch: Der anteilige Grundpreis ist enthalten, Neukunden- und Sofortboni dagegen nicht. Dieser bundesweit modellierte Vergleichswert ist deshalb kein günstigster verfügbarer Tarif. Regional und bei Aktionsangeboten können auch Preise unter 30 ct/kWh vorkommen.
Die Darstellung ist eine Orientierung und ersetzt kein konkretes Lieferangebot oder eine Wirtschaftlichkeitsberechnung für ein bestimmtes Gebäude.
Offizielle und fortlaufend aktualisierte Quellen
- C.A.R.M.E.N.: Marktpreisvergleich der Energieträger – Heizöl und Erdgas nach Destatis, biogene Brennstoffe nach C.A.R.M.E.N. beziehungsweise TFZ
- Bundesnetzagentur/SMARD: monatlich modellierte Strompreise für Neu- und Bestandskunden – Gesamtpreise einschließlich anteiligem Grundpreis, ohne Bonuszahlungen
- Eurostat: Strompreise privater Haushalte in Deutschland – Verbrauchsband 2.500 bis 4.999 kWh, einschließlich Steuern
- TFZ: bundesweite Scheitholzpreiserhebung
- § 10 Brennstoffemissionshandelsgesetz: Preispfad und Preiskorridor
- EBeV 2030, Anlage 2: gesetzliche Heiz- und Emissionsfaktoren
- Europäische Kommission: EU ETS 2 für Gebäude und Verkehr
- Umweltbundesamt: Effizienz und Jahresarbeitszahlen von Wärmepumpen
- Verbraucherzentrale: Betriebs- und Wartungskosten von Wärmepumpen
- Verbraucherzentrale: Einsatzbereiche von Blockheizkraftwerken
- Umweltbundesamt: Wasserstoff im Gebäudebestand
- H2 Mobility: aktueller öffentlicher Tankstellenpreis als Wasserstoff-Referenz
- BMUKN: Entwurf zum CO₂-Preiskorridor 2027
- co2online: Wartungsintervalle und Erhebung zu Wartungskosten
- Umweltbundesamt: Wirkungsgrade von BHKW- und Brennstoffzellentechniken
- Institut Wohnen und Umwelt: Kostenansätze für Wärmeversorgungssysteme im Wohngebäudebestand – installierte Anlagenkosten, Leistungsansätze und Wartung
- Energieagentur Rheinland-Pfalz: Wirtschaftlichkeitsvergleich Pellet- und Hackschnitzel-Nahwärme – Investitions- und betriebsgebundene Kosten eines Praxisbeispiels
- Fraunhofer ISE: Heizkostenvergleich 2026 – große Bandbreiten und Lebenszykluskosten im Ein- und Mehrfamilienhaus
- Bayerisches Landesamt für Umwelt: Grundwasser-Wärmepumpen – Anforderungen an Förder- und Schluckbrunnen, Ergiebigkeit und Wasserqualität
