PAK in alten Bodenaufbauten

Zuletzt aktualisiert am 29.10.2026

Wer in einem älteren Gebäude Parkett erneuern oder den Bodenaufbau öffnen möchte, findet darunter mitunter einen schwarzen Kleber. Das ist ein Anlass zur Prüfung, aber noch kein Schadstoffbefund: Neben teerhaltigen Klebstoffen wurden auch schwarze Produkte auf Bitumenbasis verwendet. Mit bloßem Auge lassen sie sich nicht zuverlässig unterscheiden. Vor staubintensiven Arbeiten sollte daher geklärt werden, welches Material tatsächlich vorliegt.

Wo können PAK im Bodenaufbau vorkommen?

Polyzyklische aromatische Kohlenwasserstoffe, kurz PAK, sind eine Gruppe vieler unterschiedlicher Stoffe. Einige davon sind krebserzeugend. Früher wurden insbesondere Stabparkett und Holzpflaster teilweise mit Klebstoffen auf Basis von Steinkohlenteerpech verlegt. Auch ältere Trennlagen, Abdichtungen oder teergebundene Dämmstoffe können im Bodenaufbau eine Rolle spielen. Baualter und teerartiger Geruch liefern Hinweise, ersetzen aber keine Untersuchung. Umgekehrt schließt fehlender Geruch PAK nicht aus.

Für die Bewertung ist nicht allein wichtig, ob PAK im Kleber enthalten sind. Entscheidend ist auch, ob Stoffe aus dem Bodenaufbau in den genutzten Raum gelangen können. Offene Fugen, lose Parkettstäbe oder ein beschädigter Untergrund können diesen Weg begünstigen. Einige leichtere PAK, insbesondere Naphthalin, können in die Raumluft übergehen; andere haften überwiegend an Staubpartikeln. Ein hoher Materialgehalt ist deshalb nicht mit einer ebenso hohen Raumluftbelastung gleichzusetzen.

Welche Untersuchung beantwortet welche Frage?

Eine gezielte Materialprobe klärt zunächst, ob der verdächtige Kleber PAK enthält und in welcher Konzentration die untersuchten Stoffe darin vorliegen. Üblicherweise werden mehrere Einzelstoffe sowie Benzo[a]pyren als wichtige Leitsubstanz bestimmt. Bei einem noch genutzten Parkettboden kann zusätzlich eine Untersuchung des Hausstaubs sinnvoll sein: Sie hilft zu beurteilen, ob belastetes Material im Alltag auf die Bodenoberfläche gelangt. Das Ergebnis muss zusammen mit dem Zustand des Bodens und möglichen anderen Staubquellen bewertet werden.

Eine Raumluftmessung beantwortet eine andere Frage. Sie kann insbesondere bei auffälligem Geruch oder Verdacht auf flüchtigere Bestandteile wie Naphthalin angezeigt sein. Eine unauffällige Raumluftmessung beweist jedoch nicht, dass der Kleber unbelastet ist oder beim Ausbau gefahrlos bearbeitet werden kann. Ebenso wenig lässt sich aus einer Materialprobe allein ableiten, welcher Belastung die Bewohner ausgesetzt sind. Wir legen die Probenahme deshalb erst nach Besichtigung, Klärung des Bodenaufbaus und der vorgesehenen Arbeiten fest.

Was ist vor einer Sanierung zu beachten?

Ein festgestellter teerhaltiger Kleber bedeutet nicht automatisch, dass ein intakter Boden sofort vollständig entfernt werden muss. Ob Belassen, Instandsetzen, dauerhaftes Abschließen oder Entfernen sinnvoll ist, hängt vom Zustand des Bodens, der Nutzung der Räume und der geplanten Baumaßnahme ab. Wird der Boden ohnehin zurückgebaut, ändert sich die Situation: Beim Abheben des Parketts sowie beim Schleifen oder Fräsen des Klebers können erhebliche Mengen belasteten Staubs entstehen.

Solche Arbeiten gehören in die Hände entsprechend ausgerüsteter Fachleute. Schutzmaßnahmen für Beschäftigte und Bewohner, die Abtrennung des Arbeitsbereichs, eine staubarme Ausführung und die Entsorgung des ausgebauten Materials müssen vor Beginn geplant werden. Ein Boden sollte nicht erst geöffnet und anschließend gefragt werden, ob der schwarze Kleber problematisch war. Näheres zur Vorbereitung finden Sie auf unserer Seite Schadstofferkundung vor Umbau und Sanierung.

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