energetische Sanierung und Aufstockung Mehrfamilienhaus München-Moosach

Sanierung und Aufstockung Mehrfamilienhaus München-Moosach

Zuletzt aktualisiert am 26.10.2026

Alle Leistungsphasen (LPH 1-8), energetische Projektbetreuung, haustechnische Fachplanung

Dieses Mehrfamilienhaus wurde 1957 als freistehendes Gebäude mit drei Vollgeschossen und 12 Wohnungen errichtet. 1963 wurden seitlich fast baugleiche Gebäude mit leichtem Versatz angebaut und das Dach des Bestandsgebäudes ausgebaut (+ 3 WE). 2023 traten die neuen Eigentümer, für die wir bereits ein ähnliches Mehrfamilienhaus saniert und um einen Dachgeschossausbau erweitert haben, an uns heran, um auch hier einen erweiterten Dachgeschossausbau mit vier großen Wohnungen samt Galerie, zwei Appartements im Souterrain und nach Möglichkeit eine zusätzliche Etage planen und genehmigen zu lassen. Der für dieses Grundstück geltende Bebauungsplan sah jedoch für dieses Gebäude trotz unmittelbar benachbarter deutlich höherer Gebäude keine zusätzliche Etage vor. Die Bauvoranfrage betreffend ein weiteres Geschoss mit Antrag auf Befreiung scheiterte. Um die Genehmigung eines erhöhten Dachgeschosses und der Wohnungen im Souterrain zu sichern, wurde hierzu ein Bauantrag eingereicht und genehmigt und Mitte 2025 mit der energetischen Sanierung der Nordfassade, dem Abriss der Dacheinbauten und der Tieferlegung des Souterrains im Bereich der neuen Wohnungen begonnen. Nachdem die Bundesregierung überraschend den sogenannten Bauturbo verabschiedete, der für Aufstockungen erhebliche genehmigungsrechtliche Erleichterungen beinhaltete, wurde Ende 2025 erneut ein Bauantrag für eine zusätzliche Etage eingereicht, der bereits beauftragte Neubau des Daches gestoppt und nach zähen Verhandlungen ein dreiviertel Jahr später auch genehmigt. So wurde Mitte 2026 mit dem erweiterten Umbau auf der Südfassade samt Aufstockung um insgesamt 4,3 m bzw. 1,5 Etagen (3. OG, DG mit Galerie) begonnen. Die Aufstockung des Rohbaus erfolgte mit Betonfertigteilen, das Dach wurde ebenfalls vorgefertigt, so dass die Rohbau- und Zimmererarbeiten für die neuen Etagen innerhalb von 8 Wochen abgeschlossen werden konnten. Die eingeschnittenen Loggien wurden den Wohnungen zugeschlagen und große Stahlbalkone vorgehängt. Ergebnis des Umbaus ist eine Erweiterung um 9 Wohnungen und 585 m² Wohnfläche samt Realisierung eines geförderten Effizienzhauses 55.

Der Energieverbrauch wurde trotz der erheblichen Wohnraumerweiterung auf 10% des Ursprungsverbrauches reduziert (Einsparung ca. 130 TkWh/a bzw. 28 t CO2/a).

Durch die schlechte energetische Ausgangslage des Bestandsgebäudes konnte bei der KfW-Effizienzhausförderung 261 der Bestandswohnungen der Bonus für ein sogenanntes Worst-Performing-Building (10% mehr Tilgungszuschuss)  in Anspruch genommen werden. Für die neuen Wohnungen wurde eine Förderung im KfW-Programm 296 Klimafreundlicher Neubau im Niedrigpreissegment in Anspruch genommen.

Bauweise: Bestandsmauerwerk mit 30 cm Hohlblocksteinen und 20 cm Wärmedämmung (U-Wert 0,14 W/m²K), dreifach verglaste Kunststofffenster, Sparrendach mit 30 cm Wärmedämmung (U-Wert 0,14 W/m²K), Unterseite Kellerdecke mit 12 cm Dämmung (U-Wert 0,16 W/m²K), Bodenplatte Appartements mit 18 cm Perimeterdämmung und zusätzlich gedämmtem Bodenaufbau (U-Wert 0,14 W/m²K). Grundwasser-Wärmepumpe, PV-Anlage mit 20 kWP, 20 kWh Batteriespeicher und Mieterstromkonzept, sowie dezentrale Lüftungsgeräte mit Wärmerückgewinnung.

Daten: ca. 1.300 m² Wohnfläche, ca. 4.900 m³ Bruttorauminhalt.