Zuletzt aktualisiert am 06.10.2026
In der Praxis ist diese Frage selten eindeutig zu beantworten. Je sicherer die Antwort ausfallen soll, desto mehr Proben sind erforderlich, da eine mikrobielle Besiedelung naturgemäß Schwankungen unterlegen ist und das Ergebnis einer Probe nicht ohne weiteres auf eine Gesamtfläche schließen lässt. Auch die Feuchtigkeitsverteilung in Bodenaufbauten ist abgesehen von starken Überschwemmungen selten gleichmäßig. Hinzu kommt, dass auch die Laborergebnisse gewissen Unsicherheiten unterliegen, ganz abgesehen von Einflüssen bei der Probenahme und der gewählten Analysemethode.
Eine fachgerechte Untersuchung benötigt daher eine Probenahmestrategie mit Definition der Fragestellung und der zur Klärung notwendigen Methoden samt Anzahl der Probenahmestellen und der schadensrelevanten Randbedingungen, insbesondere den (ebenfalls schwankenden) Temperatur- und Feuchtigkeitsverhältnissen.
kein gleichmäßiges mikrobielles Wachstum
Estrichdämmschichten sind keine gleichmäßig aufgebauten und vollständig abgeschlossenen Systeme. Wasser kann sich beispielsweise entlang von Rohrleitungen, Fugen, Unebenheiten oder Hohlräumen ausbreiten. An einzelnen Stellen kann es längere Zeit stehen bleiben, während benachbarte Bereiche bereits wieder abtrocknen.
Auch ein späterer Feuchteausgleich erfolgt innerhalb eines Fußbodenaufbaus nicht zwangsläufig schnell oder gleichmäßig. Dämmplatten werden durch den Estrich auf den Rohboden gepresst; Feuchtigkeit und Wasserdampf bewegen sich deshalb bevorzugt entlang von Plattenfugen, Installationsleitungen und Hohlstellen. Ohne eine technische Dämmschichttrocknung kann die Angleichung über lange Zeiträume unvollständig bleiben.
Auch die Wachstumsbedingungen sind nicht überall gleich. Sie werden unter anderem beeinflusst durch:
- Art und Dauer des Feuchteeintrags,
- Temperatur innerhalb des Fußbodenaufbaus,
- Material und Verschmutzung der Dämmstoffe,
- vorhandene Staub- und Nährstoffeinträge,
- Randfugen, Rohrdurchführungen und andere Luftwege,
- unterschiedliche Austrocknungsbedingungen,
- Alter des Schadens und
- die jeweils vorhandenen Pilz- und Bakterienarten.
Deshalb können zwei Proben, die nur wenige Meter voneinander entfernt entnommen wurden, deutlich unterschiedliche Ergebnisse zeigen. Ein hoher Wert muss nicht bedeuten, dass die gesamte Fläche entsprechend belastet ist. Umgekehrt beweist ein niedriger Wert nicht, dass an anderer Stelle kein mikrobielles Wachstum vorhanden ist.
Mikrobiologische Ergebnisse sind keine mathematisch exakten Messwerte
Bei einer Materialuntersuchung werden häufig sogenannte koloniebildende Einheiten – abgekürzt KBE – bestimmt. Dabei wird untersucht, wie viele vermehrungsfähige Pilze oder Bakterien unter festgelegten Laborbedingungen kultivierbar sind.
Eine KBE entspricht jedoch nicht zwangsläufig einem einzelnen Mikroorganismus. Sie kann aus einer einzelnen Zelle, einer Pilzspore oder auch aus einem zusammenhängenden Aggregat mehrerer Organismen entstehen. Zudem wächst nur der Teil der vorhandenen Mikroorganismen, der unter den gewählten Laborbedingungen kultivierbar ist.
Das Umweltbundesamt weist deshalb darauf hin, dass quantitative Materialuntersuchungen mit einer erheblichen Messunsicherheit verbunden sind. Bei Laborvergleichsuntersuchungen wurden Standardabweichungen von etwa 30 bis 50 Prozent festgestellt. Die ermittelten Konzentrationen sind daher eher als Größenordnungen denn als scharf voneinander abgrenzbare Grenzwerte zu verstehen.
Für die Bewertung sind folglich nicht nur einzelne Zahlenwerte entscheidend. Einbezogen werden müssen insbesondere:
- die Zusammensetzung der nachgewiesenen Mikroorganismen,
- mikroskopische Befunde,
- Feuchte- und Temperaturverhältnisse,
- Material und Konstruktion,
- Lage der Entnahmestelle und
- das gesamte Schadensbild.
Hintergrundbelastung ist nicht automatisch ein Feuchteschaden
Auch fabrikneue oder bereits eingebaute Dämmstoffe können kultivierbare Schimmelpilze und Bakterien enthalten. Höhe und Zusammensetzung dieser Hintergrundbelastung schwanken unter anderem durch Herstellung, Transport, Lagerung, Baustellenstaub und Verarbeitung. Eine mikrobiell völlig unauffällige Vergleichsprobe darf deshalb nicht ohne Weiteres als allgemein typischer Zustand eines Neubaus angesehen werden.
Der Schimmelleitfaden des Umweltbundesamtes nennt für Polystyrolproben aus Roh- und Neubauten bei kultivierbaren Schimmelpilzen einen Median von etwa 150 KBE/g, ein 75. Perzentil von etwa 1.000 KBE/g und ein 95. Perzentil von etwa 40.000 KBE/g. Für Bakterien wurden deutlich höhere Hintergrundkonzentrationen festgestellt; das 95. Perzentil lag bei etwa 200.000 KBE/g. Diese Werte sind Orientierungsgrößen und keine Grenzwerte.
Umgekehrt beweist eine mäßig erhöhte Keimzahl allein noch kein feuchtebedingtes Wachstum. Für die Bewertung sind zusätzlich Mikroskopie, Artenspektrum, Feuchte- und Temperaturverhältnisse, Material, Einbausituation und Schadensgeschichte heranzuziehen. Eine Referenzprobe kann den Vergleich unterstützen, ersetzt aber nicht die fachliche Gesamtbewertung.
Actinomyceten sind kein einheitlicher Risikobefund
Der Sammelbegriff Actinomyceten beziehungsweise Actinobakterien umfasst zahlreiche unterschiedliche Gattungen und Arten. Eine Einstufung in eine biologische Risikogruppe erfolgt nicht pauschal für diese gesamte Bakteriengruppe, sondern gegebenenfalls für einzelne Arten oder Stämme. Ein Laborbefund, der lediglich „Actinomyceten“ ausweist, belegt daher nicht den Nachweis humanpathogener Mikroorganismen. Für eine solche Beurteilung wäre eine weitergehende, beispielsweise molekularbiologische Differenzierung erforderlich.
Was sagt eine einzelne Probe aus?
Eine Materialprobe beschreibt zunächst nur den untersuchten Teil des Fußbodenaufbaus an der jeweiligen Entnahmestelle.
Wird dort eine deutliche mikrobielle Belastung festgestellt, ist der Nachweis für diese Stelle geführt. Daraus lässt sich jedoch nicht ohne Weiteres ableiten, welcher Anteil der gesamten Raumfläche betroffen ist.
Ein unauffälliges Ergebnis bedeutet umgekehrt lediglich, dass in der untersuchten Probe keine auffällige Belastung nachgewiesen wurde. Es schließt einen Befall an anderen Stellen nicht aus.
Eine einzelne Probe kann sinnvoll sein, wenn lediglich eine eng begrenzte Fragestellung beantwortet werden soll – beispielsweise, ob ein bestimmter, sichtbar oder messtechnisch auffälliger Bereich mikrobiell besiedelt ist. Für Aussagen über die Ausdehnung eines Schadens sind dagegen regelmäßig mehrere Proben erforderlich.
Wie viele Proben sind erforderlich?
Eine allgemein gültige Regel wie „eine Probe je zehn Quadratmeter“ existiert nicht. Die erforderliche Probenzahl hängt von der jeweiligen Fragestellung, der Schadensursache und der Konstruktion ab.
Der Schimmelleitfaden des Umweltbundesamtes empfiehlt für übliche Räume bis etwa 20 Quadratmeter mindestens zwei möglichst weit voneinander entfernt entnommene Proben aus dem mutmaßlichen Schadensbereich. Bei größeren Räumen, mehreren betroffenen Räumen oder komplizierten Schadensverläufen muss die Anzahl im Einzelfall festgelegt werden.
Die Angabe von zwei Proben ist dabei als Mindestanforderung und nicht als Garantie für ein vollständig repräsentatives Ergebnis zu verstehen. Weitere Proben können beispielsweise erforderlich sein, wenn:
- die Ursache oder der Ausbreitungsweg des Wassers unklar ist,
- mehrere voneinander getrennte Feuchtezonen bestehen,
- unterschiedliche Dämmstoffe oder Fußbodenaufbauten vorhanden sind,
- Messungen auf stark wechselnde Feuchteverhältnisse hinweisen,
- nur ein Teil der Fläche saniert werden soll oder
- die Untersuchung Grundlage für eine weitreichende Sanierungsentscheidung sein soll.
Soll geprüft werden, ob nur ein Teilbereich saniert werden kann, reicht eine Probe aus dem mutmaßlichen Schadenszentrum nicht aus. Dann sind auch die Randbereiche und gegebenenfalls dazwischenliegende Flächen zu untersuchen. Nur so lässt sich die Grenze zwischen auffälligen und voraussichtlich nicht betroffenen Bereichen näher eingrenzen.
Vergleichsproben aus sicher nicht geschädigten Bereichen können zusätzlich helfen, material- oder nutzungsbedingte Hintergrundbelastungen von einem feuchtebedingten Wachstum zu unterscheiden.
Ein flächendeckender Befall ist durch wenige Stichproben nicht nachgewiesen; ausgeschlossen werden kann er damit ebenfalls nicht.
Gezielte Proben sind wichtiger als ein starres Raster
Eine hohe Probenzahl führt nicht automatisch zu einer besseren Bewertung. Entscheidend ist, dass die Entnahmestellen fachlich begründet ausgewählt werden.
Vor der Probenahme sollten deshalb möglichst folgende Fragen geklärt werden:
- Wo ist das Wasser eingetreten?
- Auf welchen Wegen konnte es sich innerhalb des Fußbodenaufbaus ausbreiten?
- Wo ist aufgrund der Konstruktion mit besonders langsamer Austrocknung zu rechnen?
- Welche Bereiche erscheinen aufgrund von Feuchtemessungen, Geruch oder Bauteilöffnungen besonders auffällig?
- Soll lediglich ein mikrobieller Befall nachgewiesen oder auch dessen räumliche Ausdehnung bestimmt werden?
Die Probenahme sollte diese Fragestellung abbilden. Üblicherweise werden sowohl besonders verdächtige Bereiche als auch räumlich verteilte Stellen untersucht. Die genaue Lage, Entnahmetiefe und das untersuchte Material müssen dokumentiert werden.
Die einschlägigen Normen DIN EN ISO 16000-19 und DIN ISO 16000-21 beschreiben die Untersuchungsstrategie und die Probenahme aus Materialien. Auch sie geben keine allgemeine Probenzahl je Quadratmeter vor. Die Auswahl muss sich vielmehr an der konkreten Konstruktion und dem Untersuchungsziel orientieren.
Warum Feuchtewerte nur zusammen mit der Temperatur bewertet werden können
Auch bei Feuchtemessungen ist ein einzelner Zahlenwert häufig nicht ausreichend. Entscheidend ist nicht nur, wie viel Wasser beziehungsweise Wasserdampf vorhanden ist, sondern auch, welche Temperatur im untersuchten Bauteil herrscht.
Warme Luft kann wesentlich mehr Wasserdampf aufnehmen als kalte Luft. Die gleiche absolute Wasserdampfmenge kann deshalb bei unterschiedlichen Temperaturen zu sehr verschiedenen relativen Luftfeuchten führen.
Ein vereinfachtes Beispiel:
Eine Wasserdampfmenge von 10 Gramm je Kubikmeter entspricht bei 20 °C ungefähr 58 Prozent relativer Luftfeuchte. Kühlt dieselbe Luft auf 12 °C ab, liegt die relative Luftfeuchte bereits bei rund 94 Prozent.
Dieses Prinzip gilt sinngemäß auch für Hohlräume und Materialoberflächen innerhalb eines Fußbodenaufbaus. Daher kann dieselbe absolute Feuchte in einer warmen Geschossdecke deutlich weniger kritisch sein als in einem kühlen, erdberührten Fußbodenaufbau.
Besonders zu beachten sind beispielsweise:
- Bodenplatten und Kellerdecken mit niedrigen Temperaturen,
- Randbereiche an Außenwänden,
- Wärmebrücken,
- ungedämmte oder nur gering gedämmte Bauteile,
- zeitweise beheizte Räume und
- jahreszeitlich wechselnde Temperaturen.
Einzelne, insbesondere xerophile Schimmelpilze können bei geeigneten Materialien bereits ab länger anhaltenden relativen Luft- beziehungsweise Ausgleichsfeuchten im Bereich von etwa 70 bis 80 Prozent wachsen. Stärkeres mikrobielles Wachstum ist meist bei höheren oder länger andauernden Feuchten zu erwarten. Ein Wert knapp unter 80 Prozent ist daher weder eine sichere Entwarnung noch für sich allein der Nachweis eines aktuell wachsenden oder flächigen Befalls. Wachstumsgeschwindigkeit und Artenzusammensetzung hängen zusätzlich von Temperatur, absoluter Feuchte, Einwirkungsdauer, Material, Baukonstruktion und verfügbaren Nährstoffen ab.
Deshalb sollten Feuchtemessungen an mehreren Stellen erfolgen und unter Berücksichtigung der jeweiligen Bauteiltemperatur bewertet werden.
Ein hoher oder niedriger Laborwert entscheidet nicht allein über die Sanierung
Aus einem einzelnen hohen Untersuchungsergebnis lässt sich nicht automatisch die Notwendigkeit eines vollständigen Rückbaus der Estrichdämmschicht ableiten. Ebenso wenig kann ein einzelner niedriger Wert als allgemeine Entwarnung verstanden werden.
Für eine fachgerechte Bewertung sind unter anderem zu berücksichtigen:
- Ursache, Dauer und Ausdehnung des Wasserschadens,
- Art des eingedrungenen Wassers,
- Feuchte- und Temperaturverhältnisse,
- Material und Aufbau der Konstruktion,
- Art und Konzentration der nachgewiesenen Mikroorganismen,
- mikroskopische Hinweise auf aktives oder zurückliegendes Wachstum,
- mögliche Verbindungen zwischen Dämmschicht und Raumluft,
- Geruchsauffälligkeiten,
- vorgesehene Nutzung der Räume und
- Möglichkeiten einer zuverlässigen Trocknung oder Teilsanierung.
Ziel sollte eine technisch nachvollziehbare und verhältnismäßige Entscheidung sein. Unzureichende Untersuchungen können sowohl zu einer Unterschätzung des Schadens als auch zu einem unnötig umfangreichen Rückbau führen.
Technische Trocknung und mikrobiologische Sanierung
Eine technische Trocknung und eine mikrobiologische Sanierung beantworten unterschiedliche Fragen. Erhöhte Feuchte kann eine Trocknung erforderlich machen. Eine Trocknung entfernt jedoch keine bereits entstandene mikrobielle Belastung. Umgekehrt führt der Nachweis einer örtlichen Belastung nicht automatisch zur Notwendigkeit eines vollständigen Rückbaus.
Beide Entscheidungen sind anhand des aktuellen Feuchtezustands, der Schadensdauer, der räumlichen Ausdehnung, der betroffenen Materialien und des möglichen Kontakts zur Raumluft getrennt zu treffen. Bei länger anhaltender Durchfeuchtung kann ein Rückbau sinnvoller sein als eine aufwendige Trocknung; bei örtlich begrenzter Belastung kann dagegen eine fachgerecht abgegrenzte Teilsanierung in Betracht kommen.
Verdeckte Belastungen und Schutz beim Rückbau
Eine weitgehend vom Innenraum abgeschlossene Belastung unter dem Estrich ist hinsichtlich der unmittelbaren Exposition anders zu bewerten als sichtbarer oder offen mit der Raumluft verbundener Schimmelbefall. Ob Bestandteile oder gasförmige Stoffwechselprodukte in die Raumluft gelangen können, hängt unter anderem von Randfugen, Durchdringungen, Undichtigkeiten und vorhandenen Luftströmungen ab und muss im Einzelfall geprüft werden.
Beim Öffnen oder Rückbau des Fußbodenaufbaus gelangen die zumindest stellenweise belasteten Materialien dagegen unmittelbar mit der Raumluft in Kontakt. Deshalb sind dann eine Gefährdungsbeurteilung sowie geeignete Abschottungs-, Staubschutz-, Reinigungs- und Arbeitsschutzmaßnahmen erforderlich. Dass beim Rückbau Schutzmaßnahmen notwendig sind, bedeutet nicht automatisch, dass bereits während der normalen Nutzung eine vergleichbar hohe Exposition bestand.
Was Eigentümer nach einem Feuchteschaden beachten sollten
Nach einem größeren Wassereintritt sollte der Fußbodenaufbau möglichst frühzeitig fachlich untersucht werden. Dabei empfiehlt es sich:
- Schadensursache und Wasserwege zu dokumentieren,
- Feuchtemessungen an mehreren Stellen vorzunehmen,
- die Konstruktion und Bauteiltemperaturen zu berücksichtigen,
- das Ziel der mikrobiologischen Untersuchung vorab festzulegen,
- Probenstellen nicht nur nach einem starren Flächenraster auszuwählen,
- Entnahmestellen und Materialien eindeutig zu dokumentieren und
- Laborwerte immer im Zusammenhang mit dem gesamten Schadensbild zu bewerten.
Bei unklaren oder widersprüchlichen Befunden können zusätzliche, gezielt ausgewählte Proben eine belastbarere Entscheidungsgrundlage schaffen. Der damit verbundene Untersuchungsaufwand ist häufig geringer als die Kosten einer unnötig großflächigen Sanierung – oder die Folgekosten eines übersehenen Schadensbereichs.
Fazit
Mikrobiologische Untersuchungen von Estrichdämmschichten liefern keine mathematisch exakte Abbildung der gesamten Fläche. Feuchtigkeit und mikrobielles Wachstum können innerhalb eines Fußbodenaufbaus stark schwanken. Eine Probe beschreibt daher zunächst nur die untersuchte Stelle.
Für übliche Räume bis etwa 20 Quadratmeter nennt der Schimmelleitfaden des Umweltbundesamtes mindestens zwei Proben aus dem Schadensbereich. Je nach Konstruktion, Schadensverlauf und Untersuchungsziel können jedoch weitere Proben notwendig sein.
Auch Feuchtewerte dürfen nicht isoliert betrachtet werden. Derselbe Feuchtegehalt kann in einer warmen Geschossdecke anders zu bewerten sein als in einem kühlen, erdberührten Fußbodenaufbau. Erst die gemeinsame Betrachtung von Feuchtigkeit, Temperatur, Konstruktion, mikrobiologischen Ergebnissen und Schadensgeschichte ermöglicht eine sachgerechte Bewertung.
Hintergrundkonzentrationen, technische Trocknung, mikrobiologische Sanierung und die mögliche Verbindung belasteter Materialien zur Raumluft sind dabei getrennt zu beurteilen. Auch die notwendigen Schutzmaßnahmen bei einem Rückbau erlauben für sich allein keinen Rückschluss auf die Exposition während der vorherigen Nutzung.
Quellen und weiterführende Informationen
- Umweltbundesamt: Leitfaden zur Vorbeugung, Erfassung und Sanierung von Schimmelbefall in Gebäuden, Fassung 2024, insbesondere Anlage 6, Abschnitte C.2 bis C.6 und D.3.
- DIN EN ISO 16000-19:2014-12 – Innenraumluftverunreinigungen, Teil 19: Probenahmestrategie für Schimmelpilze.
- DIN ISO 16000-21:2014-05 – Innenraumluftverunreinigungen, Teil 21: Nachweis und Zählung von Schimmelpilzen – Probenahme von Materialien.
- DIN/TS 4108-8:2022-09 – Wärmeschutz und Energie-Einsparung in Gebäuden, Teil 8: Vermeidung von Schimmelwachstum in Wohngebäuden.
- Landesgesundheitsamt Baden-Württemberg/Fischer: Hintergrundkonzentrationen von Schimmelpilzen in Baumaterialien im Hinblick auf Sanierungsempfehlungen, UFOPLAN-Forschungsvorhaben FKZ 371062223. Die Untersuchung verdeutlicht unter anderem die große Schwankungsbreite mikrobiologischer Materialbefunde und die Abhängigkeit von Material, Alter und Einbausituation.